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Kamillopädie

aus Kamelopedia, der wüsten Enzyklopädie
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Kamillopädie ist die Vermittlung von Bildung, Einsicht, Moral, Sauberkeit, guten Manieren und tausend anderer Tugenden mittels Kamillentee.

  • So wird's gemacht: einige vertrocknete Kamillen im Becher pulverisieren, mit frisch geweihtem Heißwasser (nicht heißes Geweihwasser, du Dummchen!) auffüllen - umrühren - fertig.

Praktizierende Kamillopäden stehen im heutigen Bildungssystem nahezu auf verlorenem Posten. Nach vorherrschender Auffassung muss Bildung kompliziert, langwierig, unangenehm und teuer sein. Nur so, glaubt man, würden die jungen Rotzlöffel wirklich was lernen.

Gegen dieses Dogma hat der Kamillopäde einen schweren Stand. Jede noch so überzeugende Demonstration seiner Erfolge wird als fauler Zauber abgetan. Zu mächtig ist der Einfluss der sog. Bildungslobby, zu groß die sadistische Versuchung, den Nachwuchs im Gestrüpp der Prüfungsordnungen scheitern und zu Sozialmüll werden zu lassen. Bildung ohne Kapierschutz würde jeden noch so ehrenwerten C4-Professor vom Sockel kippen.

Kamillopädische Bildungsinstitute blühen deshalb nur im Verborgenen. Manche treten verschämt versteckt hinter Wortspielereien wie Kamelopedia in Erscheinung, andere rühren ihren Kamillentee in der inneren Emigration oder der äußeren Mongolei an.

Was also tun? Braucht die Welt eine Emanizipation der Kamillopädie, ein öffentliches outing, ein Manifest? Helfen Sie mit! Brauen Sie sich einen Kamillentee, werden Sie ein ordentlicher Mensch und versuchen Sie, zaghaft mit Ihren B-Kanten über Ihre unheimliche Verwandlung zu reden (wenn die nicht schon von sich aus fragen, ob Sie noch richtig ticken). Schreiben Sie dann einen Leserbrief an die Kamelopedia Ihrer Wahl, um die Kunde von der Wohltat der Kamille hinaus in die Welt, das All, das Überall und so weiter zu tragen.