Wolfgang Kubikmeter

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Acht Ecken mit denen er anecken und zwölf klare Kanten, die er zeigen kann: Das ist Wolfgang Kubikmeter. Er trägt eine stromlinienförmig gekämmte Klobürstenfrisur, was ihm in seinem neuen Job ganz gelegen kommt: Als neuer alternder Parteichef der FDP will er in dem Orkus ordentlich aufräumen, in den sie von ihren Ex-Leithengsten Guido Westerwelle, Philipp Rösler, Christian Lindner und Christian Dürr gespült wurden.

Interessant ist, dass er, anders als so gut wie alle früheren FDP-Leithengste, nicht dem Adelsgeschlecht derer von Geldberg angehört. Vielmehr entstammt er einem gemeinen bürgerlichen Hause, wo er als jüngstes von drei Kindern ohnehin kaum Aussicht auf die Thronfolge gehabt hätte.

Mit seiner Kandidatur zum Parteivorsitz verfolgt er einen ambitionierten Plan: Zuerst den sinkenden Tanker FDP entern, dann dessen Kommandobrücke einnehmen, in ruhigeres Fahrwasser steuern, generalüberholen und schließlich Kaperfahrt in den Bundestag. Seine Ambitionen erklärte er in einem Interview so:

"Ich möchte in Berlin zum Trinker werden, vielleicht auch zum Hurenbock. Ich bin inzwischen zum dritten Mal verheiratet, und ich will auf keinen Fall in diesem Zustand unter die Erde fahren. Das politische Leben in Berlin sieht doch so aus: Sie spüren den ganzen Tag Druck, abends wartet Ihr Harem im Apartment auf Sie. Es gibt einen enormen Frauenüberschuss, denn wenn Sie den gesamten Politikbetrieb nehmen, kommen Sie auf schätzungsweise 100.000 Leute, (…) davon 60 Prozent Frauen. (…) Da sind dann diese Abende, an denen Sie nur abschalten wollen, Stressabbau. Da sitzt Ihnen plötzlich eine Frau gegenüber, die Ihnen einfach nur zuhört. Und dann geht die Geschichte irgendwann im Bett weiter. Dazu der Alkohol: Sie könnten, weil Sie ständig in Terminen sind, den ganzen Tag trinken. Eine Flasche Wein ist da gar nichts, leicht zu verteilen auf fünf Termine. Und abends geht es richtig los."
Quelle: Das Wiki mit den bösen Admins

Als größter Quadratschädel der "sogenannten politischen Mitte" trägt Wolfgang Kubikmeter immer am Liebsten zu deren vollkommener Dezentrierung bei. Statt für die FDP Wahlsiege zu erkämpfen, erkämpfte er zuletzt lieber für sich den vakanten Parteivorsitz. Vorsitzhalber, äh vorsichtshalber, nämlich für den Fall, dass ihm bis kurz vor der nächsten Bundestagwahl noch eine ehrgeizige neoliberal durchtriebene und von von Muskisch-Mileiischem Kettensägenwahn befallene Person begegnet. Diese kann er an seine eigene Stelle setzen an der Spitze des Parteipräsidiums, das dann lediglich sämtliche bis dahin noch verbliebenen Parteimitglieder umfassen wird.

Um diesen Grad an Parteireihenleerung zu erzielen, kanzelt er alle Mitglieder ab, die noch konstruktive Ideen für die Politik vertreten. So etwa Agnes Strack-Zimmermann, die auf Wunsch weiterer Parteimitglieder es gewagt hatte, gegen ihn um den Parteivorsitz zu kandidieren. Außer dieser kompletten Säuberung der FDP von Mitgliedern wird er es halten wie als Landtags- und Bundestagsabgeordneter: Er wird als Anwalt zwielichtige Skandalnudeln vor Gericht raushauen. Ergebnis: "Schöne Neue Welt" der Politik: Wolfgang Kubikmeter kommt auch ohne politische Macht immer in die Nachrichten, seine Partei aber in kein Parlament mehr.