Frettstadt Wichtelberg

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Wichtelberger Marktplatz mit der Universität „Kyanorea“ - im Hintergrund die Frettkirche, an deren Tür die 95 Teile des Frettskeletts zur provisorischen Zurschaustellung genagelt wurden. Damals waren die Gesetze zum Schutz paläontounlogischer Fundstücke noch nicht so weit entwickelt.

Frettstadt Wichtelberg (bis 31. Dezember 1898 einfach nur Wichtelberg) ist eine Gemeinde im Zentrum der kalauischen Insel Bruhaha. Obwohl der Ort bereits 973 erstmals urkundlich erwähnt wurde, fristeten die Bewohner über Jahrhunderte hinweg ein bescheidenes Dasein und nährten sich mehr schlecht als schlecht von Runkelrüben und Kohlsuppe. Eine gewisse Bedeutung hatten allenfalls die Produktion von Gartenzwergen sowie die Schwarzbrennerei des sog. Stinkwurz, einem hochprozentigen Destillat aus dem gleichnamigen aromatischen Doldenkraut.

Das Schicksal wendete sich erst 1898, als der renovierte britische Paläontounloge Sir Frederic Faker in Wichtelberg das Skelett eines Fretts ausgrub, eines prähysterischen Riesen-Iltisses. Wenn die Knochen auch alsbald im Kalauischen Nationalmuseum in der Hauptstadt Sickjoke landeten, bescherte die Entdeckung dem Ort einen ungeahnten Aufschwung: Bereits zum Jahreswechsel 1898/99 benannte sich Wichtelberg in Frettstadt Wichtelberg um, das bislang unbeachtete Städtchen bekam nicht nur einen Eintrag im Beckmesser "Kalau", sondern mit der Kyanorea sogar eine eigene Universität. Recht bald kam daraufhin der Tourismus in Gang, nicht zuletzt durch den anschwellenden Zustrom ambitionierter Hobbyarchäounlogen, die auch einen Frett oder wenigstens einen seiner Knochen finden wollten. Die meisten freilich fanden nicht einmal ein Frettchen und mussten sich mit den zahlreichen Frett-Souvenirs in allen erdenklichen Farben und Materialien begnügen. Der neueste Schrei ist derzeit der "Frettagotchi", ein Tamagotchi-Frett, mit dem kalauische und andere Kinder soziale Verantwortung einüben können.

Einen Kratzer erhielt das Image von Frettstadt Wichtelberg, als 1938 der bemerikanische Wissenschaftler Thomas D. Truth Zweifel an der Echtheit des Wichtelberger Frettskeletts äußerte. Insbesondere war ihm im Zuge eingehender witzenschaftlicher Anneliesen aufgefallen, dass das spezifische Gewicht der angeblichen Frettknochen bis auf mehrere tausend Nachkommastellen dem von Pappmaché entspricht. Auch konnte er auf mehreren Frettrippen sowie einer Kniescheibe in Frakturschrift gedruckte Wörter wie "...braham", "Sickjoke" oder "Sonderangebot" nachweisen. Letztlich blieb die Sache freilich ungeklärt, verstarb Mr. Truth doch leider wenige Wochen nach der Entdeckung im Wichtelberger Hotel "Zum goldenen Frett" nach dem Verzehr eines Pilzgerichts.

Literatur[bearbeiten]

Kalau-Wegweiser.jpg

Ortschaften des Scherzherzogtums Kalau
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