Jürgen Habermas

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Jürgen Habermas war der Entdecker des "herrschaftsfreien Diskurses". Er war bei der Vermarktung seiner Erfindung herzlich erfolglos, denn die Volkshochschulen weigerten sich, statt Kursen fortan nur noch Diskurse anzubieten.

Ein herrschaftsfrei, also ja irgendwie anarcho-demokratisch kollektiv zustandegebrachter Diskurs ist nach Habermas nicht a priori ergebnislos, aber das Ergebnis sei allein zu bestimmen durch den "eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Argumentes". Durch diese Wendung seiner Argumentation führte er die Macht in seinen herrschaftsfreien Diskursentwurf ein, und damit durch die Hintertür der Begriffsverwirrung eben doch wieder das ganze Elend der Herrschaft. In einem Diskurs kann die Macht von Argumenten basieren auf dem besseren Wissen um den Gegenstand der diskursiven Auseinandersetzung, denn schon frühere Philosophen philosophierten "Wissen sei Macht", und erklärbärig dargebrachte Argumentation auf Basis von nachprüfbarem Wissen komme gemäß Habermas eben am Besten an. Aber, dann kommt das große ABER, das mächtigere, also diskursergebnisbestimmende Argument ist eben allzuoft garnicht durch das bessere Wissen des Argumentators so mächtig, sondern durch dessen bessere Rhetorik.