Unsinnsgesellschaft

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Unsinn ist eine höhere Philosophie tiefenpsychologisch Gelehrter diverser Humanwissenschaften. Entdeckt wurde der Unsinn von der Unsinnsgesellschaft, welche von 1817-1818 die erste Zeitenwende herbeiführte, eben genau jene zum sogenannten "Biedermeier". Die Erkenntnis war bis dahin, dass ein sinnvolles Leben Sinn macht, wenn die Menschen nur vernünftigen Gebrauch von ihren Sinnen machten, was stets ein ewiger Balanceakt wider den Fall ins Ungewisse ist und überhaupt nur gelingt, wenn mensch einen Zeitgenossen als Helfer in der Not findet, wenn es nämlich zu dem hochkomplexen Fall kommt, zu dem mensch sieben Sinne auf einmal braucht, und den siebten Sinn hat eben höchstens jeder Siebte. Und diese Art EinäugigeR unter den Blinden ist leider ungleich verteilt unter der Menschheit. Der Sinn ist also des Menschen Los: Der braucht den Sinn immer, aber die Lotterie des statistisch sich ergebenden Lebens ist, dass viele Menschen immer genau dann, wenn es drauf ankommt, den Sinn nicht haben, diesen verflixten 7. Sinn, während andere in der gleichen Situation zwei HelferInnen mit siebtem Sinn finden und zu allem Überfluss auch noch den siebten Sinn in sich selbst entdecken, so dass eigentlich nix schief gehen kann, abgesehen vom einschränkenden "eigentlich". Wo der siebte Sinn hinfällt ist eben zufällig. Ist es also nicht vielleicht besser, garnicht erst ein sinnvolles Leben anzustreben? Dieser Frage ging die Unsinnsgesellschaft in ganz praktischen Unsinneswandelübungen nach, quasi in empirischer Witzenschaftlichkeit.

Zu ihr gehörten Komponisten, Maler, Kupferstecher, Erfinder, Dramatiker. Sie trafen sich wöchentlich im Gasthaus „Zum rothen Hahn“ an der Landstraßer Hauptstraße 40 in Wien. Zur Sperrstunde sangen sie Alle zusammen nochmal das prophetische Lied "Wien, Wien, nur du allein sollst stets die Stadt unsres Unsinns sein", vertont vom Komponisten Franz Schubert, natürlich wie immer unvollendet. So brach das Lied immer mittendrin jäh ab, so dass alle endlich nachhause gehen konnten. Lange vor der neuzeitlichen Olympiade erfanden die Unsinnsschöpfer der Unsinnsgesellschaft bereits die "Unsinniade", die sie zweimal erfolgreich durchführten. Es wurden dabei stets alle Unsinnsrekorde gebrochen. Es war die Zeit, in der auch das bürgerliche Schulwesen erblühte. Die Dorfschulmeisterlein vom Lande pilgerten alle zum rothen Hahn in Wien, auf der stets vergeblichen Suche nach dem Sinn des Unsinns. Fortan nannten sie sich Pädagogen. Weil das so schön unsinnig klingt. Damit waren sie auf der Höhe der Zeit.

Liebe Kamelzungen behaupten, die Gründung der Wikipedia anno dunne wäre der erneuten Gründung der Unsinnsgesellschaft gleich gekommen. Jedenfalls behauptet dieser Verein nicht weniger als dass er mit Sachverstand eine Wissenbasis von allen für Alle schuf. Sachen haben aber nunmal keinen Verstand. Nur Kamelverstand versteht das. Und deshalb gibt es die Kamelopedia. Und das macht Sinn. Und den Unterschied zum Unsinn deutlich: Irren ist menschlich.