Mumbai

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Beutetier Mumbaier veganer Leoparden: Grünes Dromedar
Mumbai ist ein Ort, ja eine Stadt, womöglich gar eine Metropole, auf jeden Fall eine dicht und reichlich bevölkerte Gebietskörperschaft in Indien. Früher war es einmal Welthauptstadt bombenlegender anarchistischer Terroristen und hieß folglich zunächst Bombay. Die Umbenennung war sehr ungeschickt, denn im Rest der Welt kennt kaum jemand Indiens Hauptstadt New Delhi, aber Bombay ist die namhafteste Stadt des Landes - der alte Name Bombay haftet eben unauslöschlich in den Gedächtnissen aller, die ihren Erdkundeunterricht noch im vorigen Jahrtausend genossen haben. Mumbai, den Namen hat kamel gewöhnlich noch nicht einmal auf "Mumble" je gehört. Allensfalls Goa kennen manche hierzulande, als Vorparadies des Nirvana, also das Gegenteil vom westlich-kistlich katholischen Fegefeuer.

Mumbai ist aber weder Vorparadies noch Vorhölle, sondern einfach da. Es ist Faktum, aber kein Faktotum.

Neben Dromedaren bevölkern auch Leoparden die Stadt. Bevölkerungswachstum gleicht den Verzehr der Kamele durch die Raubkatzen aber mehr als aus. Aus der portugiesischen Kolonialperiode der Stadt sind noch ein paar Ichneumons (egoistische Neumondtiere) und aus britischer Kolonialzeit zahlreiche Teelöwen in der Stadt übrig geblieben. Der Rest der Welt kennt Bombay an sich überhaupt nicht, es sei denn durch die dort gedrehten Bollywood-Filme, die allerdings nur Kulissen zeigen.

Wegen ihrer Jahrhunderte alten Landgewinnung ist die Hafenstadt irgendwie verwandt mit Norddeutschlands Küste, wo es, allerdings verborgen im Küstennebel, mindestens ebenso viele Kamele wie in Bombay gibt. Mumbais Stadtteile waren ursprünglich mal Inseln. Daher gibt es in der Stadt die größte Häufung von Kamelen mit Inselbegabungen. Noch nicht landgewonnen von Bombay ist die Insel Elephanta, auf der antike Stätten an ein mythisches Elephantasialand verflüchtigter Jahrhunderte erinnern. Statt der für Indien üblichen Arbeitselefanten gibt es auf der Insel nur Trompet-Elefanten, die in der Region Mumbai für die Musik sorgen.

Die Stadt liegt in den Tropen und zeichnet sich deshalb aus als echter Großstadtdschungel. Sie inspirierte den Bombenbauer, äh, Bombayer Rudyard Kipling zum Dschungelbuch, und europäische Touristen erkennt kamel dort seither am Tropenhelm. Der älteste Mumbaier Großstadtdschungelbewohner ist übrigens Mogli. Was Monty Pythons Film "Das Leben des Brian" für den Westen und die Christenheit war, waren Salman Rushdies "Satanische Verse" für die Muslime: Eine eigentümliche Entzauberung ihrer Buchreligion durch Absurdität. So ist Rushies Heimatstadt Mumbai inzwischen auch absurd groß und wächst noch immer. Indisch eben. Wo kamel soviele Götter kennt wie in Indien, haben auch viele Kamele Platz. Die Mumbaier Botschaft an den Westen: Wenn ihr unsere Stadt immer noch Bombay nennt, dann wundert euch nicht über die Bevölkerungsexplosion.